Eröffnung eines Bankkontos
Ein umfassender Leitfaden für Expats, Studenten und alle Neuankömmlinge
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Eröffnung eines Bankkontos

Schritt 1: Wählen Sie die richtige Kontenart
In Deutschland gibt es mehrere Kontentypen. Die wichtigsten sind:
  • Girokonto – Das ist das Hauptkonto für den täglichen Zahlungsverkehr. Ihr Gehalt wird darauf überwiesen, Sie zahlen Ihre Rechnungen und nutzen die zugehörige Karte zum Bezahlen im Laden oder zum Abheben von Bargeld. Die meisten Konten in Deutschland sind Girokonten.
  • Sparkonto – Ein Konto zum Sparen mit geringen Zinsen. Es ist nicht für den täglichen Zahlungsverkehr geeignet.
  • Konto für Nicht-Inländer – Dieses Konto richtet sich an Personen, die noch keinen Aufenthaltstitel oder keine deutsche Meldeadresse haben. Es ist oft mit Einschränkungen und höheren Gebühren verbunden.
Schritt 2: Wählen Sie Ihre Bank
Es gibt zwei Haupttypen von Banken – Online-Banken (Direktbanken) und traditionelle Banken mit Filialen (Filialbanken).
A. Online-Banken (für die meisten Neulinge empfohlen)
  • Beispiele: N26, Comdirect, DKB (Deutsche Kreditbank), ING.
  • Vorteile:
  • Häufig kostenlos (bei monatlichem Geldeingang wie Gehalt oder bei Mindestumsatz).
  • Komplett online eröffnbar – kein Besuch einer Filiale nötig.
  • Moderne Mobile-Banking-Apps – oft auch auf Englisch verfügbar (besonders N26).
  • Kostenlose Bargeldabhebungen an Partner-Automaten (z. B. bei DKB und Comdirect kostenlos an allen Automaten der Cash Group).
  • Nachteile:
  • Keine physischen Filialen für persönliche Beratung.
  • Manchmal wird bereits ein Aufenthaltstitel vorausgesetzt (nicht immer).
Besonderheit: N26
N26 ist bei Expats sehr beliebt, da Sie ein Konto buchstäblich in 8 Minuten über die App eröffnen können – häufig vor Ihrer Anmeldung (Wohnsitzanmeldung) in Deutschland. Eine ausgezeichnete Wahl für das erste Konto.
B. Traditionelle Banken mit Filialen
  • Beispiele: Deutsche Bank, Commerzbank, Sparkasse, Volksbank.
  • Vorteile:
  • Persönlicher Kontakt – komplexe Anliegen können vor Ort geklärt werden.
  • Hohes Vertrauen in die Sicherheit (besonders wichtig für größere Summen oder Immobilienfinanzierung).
  • Sparkasse und Volksbank sind in jeder Stadt vertreten (allerdings sind sie voneinander unabhängig).
  • Nachteile:
  • Oft mit monatlichen Gebühren (ca. 5–10 €) verbunden.
  • Die Kontoeröffnung kann länger dauern, manchmal ist ein Termin erforderlich.
  • Weniger englischsprachige Unterstützung (besonders in kleineren Sparkassen-Filialen).
C. Spezielle Konten für Expats
Beispiel: Commerzbank bietet das Paket „KontoStart“ speziell für Neuzugezogene an. Die Kontoeröffnung erfolgt online, die Unterlagen werden per Post eingereicht. Ein guter Kompromiss zwischen Online-Bank und Filialpräsenz.
Schritt 3: Bereiten Sie die erforderlichen Unterlagen vor
Die genaue Liste kann je nach Bank leicht variieren, aber der Grundumfang ist überall gleich.
Pflichtunterlagen:
  1. Reisepass – Das Hauptdokument zur Identifikation. Ein Führerschein wird in der Regel nicht akzeptiert.
  2. Anmeldebestätigung – Dies ist das wichtigste Dokument nach dem Reisepass. Sie erhalten es vom Bürgeramt nach Ihrem Einzug. Ohne diese Bescheinigung ist die Kontoeröffnung bei den meisten Banken praktisch unmöglich (mit Ausnahme einiger Online-Banken wie N26 in der Anfangsphase).
  3. Nachweis über den rechtmäßigen Aufenthalt / Aufenthaltstitel – Wenn Sie bereits eine Aufenthaltskarte besitzen, wird diese benötigt. Sind Sie gerade erst eingereist und besitzen ein nationales Visum (Typ D) im Pass, reicht dieses in vielen Fällen ebenfalls aus.
  4. Zusätzliche Unterlagen (können angefordert werden):
  • Arbeitsvertrag – Von einigen Banken verlangt, um die Einkommensquelle zu bestätigen.
  • Lohnabrechnung – Gehaltsnachweis.
  • Studentenausweis – Für die Eröffnung eines kostenlosen Studentenkontos.
Schritt 4: Der Eröffnungsprozess
Variante 1: Eröffnung bei einer Online-Bank (am Beispiel N26)
  1. App herunterladen – Laden Sie die Bank-App auf Ihr Smartphone herunter.
  2. Online-Formular ausfüllen – Geben Sie Ihre persönlichen Daten ein (Name, Geburtsdatum, Geburtsort, Staatsangehörigkeit, deutsche Adresse).
  3. Identitätsprüfung (Postident oder Videoident)
  • Videoident: Sie werden per Videochat mit einem Mitarbeiter verbunden. Dieser bittet Sie, Ihren Reisepass vor die Kamera zu halten und beantwortet einige Fragen. Der gesamte Vorgang dauert etwa 10–15 Minuten.
  • Postident: Sie erhalten von der Bank ein Formular, gehen damit und Ihrem Reisepass zur nächsten Postfiliale und lassen sich dort identifizieren. Die Post leitet die Unterlagen an die Bank weiter.

4 Vertragsunterzeichnung – Der Vertrag wird Ihnen elektronisch zugesandt. Sie stimmen ihm online zu.

5 Kartenversand – Nach wenigen Tagen erhalten Sie Ihre Bankkarte (Debitkarte) per Post an Ihre Adresse. Die PIN wird aus Sicherheitsgründen in einem separaten Brief verschickt.


Variante 2: Eröffnung bei einer traditionellen Filialbank
  1. Termin vereinbaren – Rufen Sie die Filiale an oder buchen Sie einen Termin online über die Website.
  2. Besuch in der Filiale – Erscheinen Sie zum vereinbarten Termin mit allen Originaldokumenten.
  3. Antrag ausfüllen – Ein Mitarbeiter hilft Ihnen beim Ausfüllen des Antrags vor Ort.
  4. Vertragsunterzeichnung – Sie unterzeichnen den Vertrag direkt in der Filiale.
  5. Karten- und PIN-Versand – Die Karte und die PIN werden ebenfalls per Post an Ihre Adresse geschickt – in der Regel innerhalb von 1–2 Wochen.
Schritt 5: Nach der Eröffnung – Die wichtigsten nächsten Schritte

Karte aktivieren: Dies erfolgt in der Regel entweder an einem Geldautomaten Ihrer Bank oder direkt über die Mobile-Banking-App.

Mobile-Banking einrichten: Laden Sie die App herunter und richten Sie den Online-Zugang ein.

Arbeitgeber über Ihre Kontodaten informieren: Für den Gehaltseingang benötigen Sie:

IBAN (Internationale Bankkontonummer) – Ihre internationale Kontonummer

BIC / SWIFT-Code – Der Bankleitzahl-Code Ihres Instituts

Automatische Zahlungen einrichten (Dauerauftrag oder Lastschrift): In Deutschland sehr verbreitet für Miete, Versicherungen, Internetverträge usw.

Dauerauftrag: Ein von Ihnen selbst eingerichteter, regelmäßiger Überweisungsauftrag (z. B. für die Miete).

Lastschrift (SEPA-Direktlastschrift): Der Zahlungsempfänger zieht den fälligen Betrag selbstständig von Ihrem Konto ein (nach Ihrer Einwilligung). Besonders bei Versicherungen und Stromanbietern üblich.

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